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Hohe Kosten und viel Aufwand bei der Bewässerung, das ist Teil der Bilanz, die Frank Felten, Vorsitzender des Fachverbandes Gemüsebau im Landesverband Gartenbau Nordrhein-Westfalen, beim westfälisch-lippischen Gemüsebautag in Münster-Wolbeck zog.

Mangelnde Kapazitäten bei der Bewässerung sorgten 2018 oft für Probleme. Viele Gemüsebauer haben feste Lieferverträge, die sie erfüllen müssen. „Dabei kann man sich schon lange nicht mehr auf das Wetter und die Hoffnung verlassen sondern man muss den Prozess genau steuern“ brachte Felten die Problematik auf den Punkt. Neben dem Wetter ist das Thema „Erntehelfer“ ein Dauerbrenner. Die Entfristung der 70-Tage-Regelung hilft, aber sie ist keine Lösung auf Dauer, wie Felten in Münster feststellte. „Die Öffnung für Saisonkräfte aus Nicht-EU-Staaten ist zu ermöglichen. Bilaterale Abkommen mit Drittstaaten sind dringend notwendig“ lautet denn auch Feltens Forderung.

Vor dem Hintergrund des immer unberechenbaren Wetters wird das Risikomanagement für die Gemüsebetriebe, von denen viele im Freiland arbeiten, immer wichtiger. Viele Betriebe, so Felten, seien bereit, eine eigene Risikovorsorge zu betreiben, aber: „Wir müssen auch mit den Versicherungen und der Politik stärker in den Dialog treten“.

„Der LEH und die Kunden wollen perfekt aussehendes Gemüse – das aber bitte komplett Rückstandsfrei und sicher“ umriss Felten die Problematik beim Pflanzenschutz. Mit der Änderung der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung wird das Umweltbundesamt an die Zulassung biodiversitätsschädigender Mittel einen Anwendungsvorbehalt knüpfen. Im Klartext: Wird so ein Mittel angewandt, muss ein Mindestanteil an „pestizidfreien“ Lebensräumen für Tiere und Pflanzen bereitgestellt werden. „Wir werden uns diesem Trend nicht verschließen können. Bio-basierte Wirkstoffe werden die Zukunft sein und es werden auch immer weniger Wirkstoffe zur Verfügung stehen“ warnte Frank Felten seine Kollegen.

Mit Wilhelm Niemann, Petershagen, wurde ein engagierter Gemüsegärtner aus dem Vorstand verabschiedet. Niemann hat die Fachgruppe über drei Jahrzehnte mit seinem Engagement geprägt. Seinen erfolgreichen Betrieb leiten heute die beiden Töchter, in den letzten Jahren ist das Unternehmen mit dem Label „Veggie Sister“ sehr bekannt geworden. Franz Stute, Soest, verließ den Vorstand ebenfalls mit Erreichen der Altersgrenze. Auch ihm gilt der Dank der westfälisch-lippischen Gemüsegärtner für sein Engagement. Franz-Josef Göhr, Waltrop, wurde von den Delegierten als Beisitzer einstimmig für weitere drei Jahre gewählt.

Mit Pflanzenschutz, der Verpackungsverordnung und Einblicke in das Wesen der Banken wurden den Gemüsegärtnern in Münster-Wolbeck viele weitere spannende Fachtehemen geboten.

pfeil nach rechts Frank Felten zog die Bilanz eines herausfordernden Sommers

 

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pfeil nach rechts Ein großer Blumenstrauß und ein herzliches Dankeschön für das Engagement zum Abschied, von rechts nach links: Vorstandsmitglied Hubert Schräder, Vorsitzender Frank Felten, Wilhelm Niemann und Geschäftsführerin Anke Knaup.

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pfeil nach rechts Franz Stute wurde mit Blumen aus dem Vorstand verabschiedet. Geschäftführerin Anke Knaup und Vorstandsmitglied Hubert Schräder bedankten sich im Namen der Mitglieder.