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Die Spargelsaison 2019 hat es wieder gezeigt: Die Anbauer sind ebenso vom Wetter abhängig wie von der Gunst der Verbraucher und des Handels. Besonders schwierig und bedrohlich ist die Lage bei den Saisonarbeitskräften: „Immer mehr Saisonkräfte reisen erst gar nicht an oder bereits schon vor dem vereinbarten Termin wieder ab. Eine vernünftige Planung der Ernte ist so kaum noch möglich“ erklärte Willy Kreienbaum, Füchtdorf, Vorsitzender der Vereinigung der Spargelanbauer, bei der Jahreshauptversammlung und Spargelseminar in Münster-Wolbeck...

Hinzu kommt natürlich auch hier ein gesteigertes Interesse an der Umwelt bei den Verbrauchern, kritische Nachfragen in Sachen Folien- und Pflanzenschutzmitteleinsatz sowie Wasserverbrauch nehmen zu. Bislang konnten diese Themen durch verschiedene Hilfsmittel wie zum Beispiel Argumentationshilfen für die Mitglieder oder eine offensive Pressearbeit im Sinne der Betriebe bearbeitet werden. Die Spargel- und Beerenbranche steht vor einem Wandel. Das Jahrzehnte lange Flächenwachstum ist beendet, Betriebsaufgaben nehmen zu. Der Arbeitskräftemangel und die schwierige Preissituation auf Handelsebene gehören zur Wirklichkeit und erlauben kaum eine längerfristige Planung. 

Im September 2013, wurde mit organisatorischer Unterstützung der Bundesfachgruppe Gemüsebau, ein Netzwerk aller Spargel- und Beerenverbände in Deutschland ins Leben gerufen. Auf Dauer, das haben die westfälisch-lippischen Anbauer, zu denen 160 Mitglieder gehören erkannt, ist dieser Zusammenschluss, nur allein in Westfalen-Lippe, nicht schlagkräftig genug.

Der Zusammenschluss zu einem Netzwerk mit insgesamt vier Fachverbänden (diese Mitglieder tragen personell und finanziell die derzeitigen Aktivitäten: die Vereinigung der Spargel- und Beerenanbauer e.V. mit Sitz in Niedersachsen, dem Verband der Ostdeutschen Spargel- und Beerenobstanbauer e.V., der Vereinigung der Spargelanbauer Westfalen-Lippe und dem Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer e.V.) möchten als Kooperation viele Dinge für die Sonderkulturbetriebe gemeinsam in die Hand nehmen und für die Mitglieder umsetzen. So z.B. eine gemeinsame Presse-und Öffentlichkeitsarbeit zu übergeordneten Themen mit Hilfe des Grünen Medienhauses, das Bearbeiten politischer Forderungen wie die Öffnung des Arbeitsmarktes für Saisonkräfte auch außerhalb der EU-Staaten, die Information über die Zulassung dringend gebrauchter Pflanzenschutzmittel, außerdem arbeitet das Netzwerk der Spargel-und Beerenverbände mit mehreren Firmen zusammen, um an neuen Verfahren zum Recyceln der Folien, inklusive der Beseitigung von Sandtaschen in den gebrauchten Folien,  eine schnelle Lösung zu finden.

„Wir sind uns im Netzwerk darüber einig, dass wir als Fachverbände eine gezielte Lobbyarbeit brauchen, die unseren speziellen Interessen Rechnung trägt. Nur zusammen können fachspezifische Branchenthemen mit bundesweiter Relevanz angegangen und durch die Bündelung des Know-hows effektiver gelöst werden

„Außerdem müssen wir dringend mit dem Handel in Kontakt treten. Aufgrund der Überversorgung des Marktes ist die Preissituation auf Handelsebene überhaupt nicht zufriedenstellend. Ein Dialog mit dem Handel ist zwingend erforderlich, wo innerhalb der heimischen Saison Spargel aus Südeuropa, Polen und Übersee im Lebensmitteleinzelhandel und Discount angeboten wird, obwohl eine gute Versorgung aus regionaler Erzeugung gewährleistet werden kann. Ebenso sind hier für unsere frischen und sicheren regionalen Produkte entsprechend faire Preise von großer Wichtigkeit“, so Kreienbaum.

Daneben soll die Öffentlichkeitsarbeit neu ausgerichtet werden: Mittels neuer Medien sollen jüngere Verbraucher als Kunden von morgen angesprochen werden.

Diese Arbeit muss allerdings auch finanziert werden. Alle vier Mitglieder des Netzwerkes möchten daher erst einmal einen Sonderbeitrag für das Jahr 2020 (pro Betrieb) von 50 Euro generieren. Alle Mitglieder haben hier am 10.Dezember in Münster-Wolbeck einstimmig dem Antrag des Vorsitzenden stattgegeben. 

Personalien aus dem Vorstand: Hans Josef Brautmeier, Delbrück, scheidet mit Erreichen der Altersgrenze aus dem Vorstand aus. Ihrem engagierten Mitglied dankten die Kollegen an dieser Stelle noch einmal von Herzen.

Mathias Brauckmann-Berger, Datteln, und Matthias Kleiner, Bocholt, wurden einstimmig ihren Vorstandsämtern für weitere drei Jahre bestätigt.

Martin Breuer, Telgte, und Andrea Toppheide, Glandorf, haben sich als neue Kandidaten für die Arbeit im Vorstand beworben. Beide werden die Arbeit des Gremiums für ein Jahr begleiten und sich dann im Dezember 2020 zur Wahl stellen.

Das anschließende Spargelseminar konnte auch in diesem Jahr ein anspruchsvolles Fachprogramm aufweisen, welches zusammen mit der Landwirtschaftskammer NRW und mit vielen wichtigen praxisrelevanten Informationen, die Mitglieder begeistern konnte. Nicht zuletzt eine kleine Technikschau der vielen Aussteller im Foyer, die das Angebot für die Spargelanbauer an diesem Tag abrundeten.

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Referent Jürgen Hoffmann stellte den zahlreichen Teilnehmer sein Thema „Betriebswirtschaft praktisch gelebt“ vor