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Nordrhein-Westfalens Friedhofsgärtner trafen sich Anfang Februar in der Gebläsehalle der Heinrichshütte in Hattingen zur ersten gemeinsamen Wintertagung. Im Rahmen der intensiven Kooperation der beiden Landesverbände Gartenbau setzten die Friedhofsgärtner mit dem Treffen in der ruhrgebietstypischen Industriekulisse ein deutliches Zeichen für die zukünftige Zusammenarbeit im Lande. Mehr als 200 Friedhofsgärtner nahmen den Termin wahr und sorgten für das passende Forum.

Da die beiden Fachverbände in NRW bereits seit einiger Zeit nicht nur im Vorstand, sondern auch zum Beispiel in Sachen „Gemeinschaftsgrabanalgen“ zusammenarbeiten, ist das Zusammengehen der beiden Verbände für die Friedhofsgärtner kein absolutes Neuland mehr. Allerdings, so Josef Knostmann, Vorsitzender in Westfalen-Lippe, müssen Details noch geklärt werden. „Netzwerke, in denen Friedhofsgärtner, Kommunen, Kirchen und weitere am Friedhof beteiligten Gewerke an einem runden Tisch gemeinsam Lösungen für die Zukunft der Friedhöfe erarbeiten, waren nie so wichtig wie heute. Unsere Fachgruppe pflegt bereits seit rund drei Jahren gemeinsam mit den rheinischen Kollegen einen intensiven Kontakt mit dem Bestatterverband NRW im Arbeitskreis „Friedhof der Zukunft“, berichtete Knostmann über eine weitere Form der Kooperation im Lande. Auch die diesjährige Fahrt der Friedhofsgärtner zur Bundesgartenschau Havelland wird eine gemeinsame Reise werden. Termin ist vom 19. bis 21. Juni – noch sind Plätze frei!

Carsten Nöll, Vorsitzender im Rheinland, ging in seinem Jahresrückblick vor allem auf die Wetterkapriolen 2014 und den immer härteren Wettbewerb ein. Knostmann wie Nöll hatten die Themen sehr geschickt aufgeteilt und vermieden gekonnt langatmige Doppelungen. „Petrus, was haben wir Friedhofsgärtner Dir nur getan?“ fragte Nöll und verwies auf den extrem langen Winter 2012/2013, der bei der Frühlingsbepflanzung doch erheblich störte. Dann kam Pfingsten 2014 Orkan Ela und schlug eine gewaltige Schneise von Krefeld im Westen bis Bochum im Osten. Viele Friedhöfe blieben wochenlang gesperrt, Kunden kamen nicht zu den Gräbern, die Blumengeschäfte der Friedhofsgärtner blieben ohne Nachfrage, das Ausüben der Dienstleistungen am Grab war vielerorts kaum mehr möglich. „Das Geschäft mit dem Dienstleistungsbereich Friedhof ist härter geworden. Ein Betrieb, der seine Vertragszahlen und seinen Umsatz halten kann, ist in diesen Zeiten schon erfolgreich. Betriebe, die aus eigener Kraft Zuwachs generieren, sind topp“, erklärte Nöll.

Wie die beiden Vorstände hatten sich auch die Geschäftsführer der Fachgruppen die Themen aufgeteilt. Ralf Harbaum, Westfalen-Lippe, berichtete unter anderem über die Durchführung der Kampagne „Es lebe der Friedhof“ in NRW. Nach derzeitigem Stand werden die Verbände hier derzeit unterschiedliche Wege einschlagen. Mit den klassischen Kampagnenmotiven soll dabei in Westfalen gezielt die Dauergrabpflege durch die Treuhandstelle beworben werden – die Radiowerbung ist für diesen Bereich bereits eine Erfolgsgeschichte. Im Rheinland wird die Kampagne in bestehender Form weitergeführt. Für die eigentliche Imagekampagne, da sind sich NRWs Friedhofsgärtner einig, wird mehr Emotion gebraucht. Die passenden Motive und Spots werden zurzeit entwickelt. Martin Walser, Rheinland, ging unter anderem auf das Thema „Kundenberater Friedhofsservice“ ein. Obwohl der erste Versuch, eine entsprechende Weiterbildung zu starten, fehlschlug, bleibt man am Ball. Für alle Interessenten findet am 6. und 7. März in Essen ein kostenfreies Schnupperseminar zu Inhalten und Themen der drei Module statt, auch der Besuch eines Memoriam-Gartens im Ruhrgebiet ist geplant.

Thomas Schlimgen berichtete anschließend über den Stand der Ausbildungszahlen im Land. Bei 106 Prüflingen gab es im Sommer 2014 eine „sehr hohe“ Durchfallerquote von 19,8%. Die Probleme liegen weniger in der praktischen Arbeit am Grab – Floristik und grundlegende Pflanzenkenntnisse, beide Themen alte Sorgenkinder, sind die Schwachstellen. Unter dem Motto „Ruhebewahrer“ hat die Kölner Genossenschaft einen neuen Ansatz für die Einwerbung von Auszubilden kreiert. Unter www.ruhebewahrer.de steht der Film bereits im Netz – bitte unbedingt anschauen.

Bei Wahlen für den Vorstand wurde für Westfalen-Lippe Roland Wagner, Rheda-Wiedenbrück, in seinem Amt bestätigt. Andreas Mäsing, Gelsenkirchen, ist der Neue in dieser Runde. Er nimmt den Platz von Christoph Rosenkranz, Hagen, ein, der auf eigenen Wunsch nicht mehr kandidierte und von seinen Kollegen und der Versammlung mit einem großen Applaus verabschiedet wurde. Für das Rheinland wurden Heinz-Günter Arnouts, Aachen, und Wulf Merkelbach, Hilden, wie alle anderen Kandidaten einstimmig in ihren Ämtern bestätigt.

Mit der Übergabe der Preise an die erfolgreichen Aussteller der Landesgartenschau Zülpich, dem schwierigen Thema „Anhängerfahrten und das neue Führerscheinrecht“, „Pflanzenerkrankungen auf Friedhöfen“ vom anerkannten Experten Rainer Wilke, Bonn, und „Arbeitsrecht anhand praktischer Beispiele“, wie immer verständlich und gekonnt von Rechtsanwalt Stephan Eichner, Köln, erklärt, wurde die Veranstaltung am Nachmittag fachlich abgerundet.

Text: Christiane James, Straelen

 

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pfeil nach rechts Bildzeile: Rege Beteiligung und Begeisterung für den Sitzungsort – das war Hattingen (Foto: Christiane James)

 

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pfeil nach rechts Bildzeile: Carsten Nöll, Rheinland, und Josef Knostmann, Westfalen-Lippe, moderierten die Veranstaltung gemeinsam. (Foto: Christiane James)

 

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pfeil nach rechts Bildzeile: Das historische Bild ruhrgebietstypischer Industriekulisse: 14 Vorstandsmitglieder und die beiden Geschäftsführer auf einer Tagung. (Foto: Christiane James)