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Bei der diesjährigen Urkunden-Verleihung an die erfolgreichen Meister und Agrarbetriebswirt der Fachschule für Gartenbau Essen gab es mit Sonnenschein bei rund 25 °C und erfrischendem Windzug ideales Wetter für eine solche Feier. In der Konzertmuschel des GRUGA-Parks nahmen etwa 750 Absolventinnen und Absolventen, Angehörige und Ehrengäste an der feierlichen Zeremonie teil, bevor es dann zum lockeren Feiern auf das optimal präparierte Schulgelände ging.

Schulleiter Dr. Kerstjens begrüßte zunächst als Hausherren den Vorsitzenden des Ratsausschusses Grün &Gruga, Ratsherrn Hans-Peter Huch. Der war noch in bester Feststimmung, hatte doch die Stadt Essen erst vor wenigen Tagen im englischen Bristol die Aufgabe und Ehre „Grüne Hauptstadt Europas 2017“ zuerkannt bekommen.

Neben dem Kammerpräsidenten sowie den Präsidenten aller Gartenbauverbände, Vertretern der IG BAU, der Schulaufsicht, den Ehemaligen-Verbände in NRW und natürlich dem Lehrerkollegium wandte sich Dr. Kerstjens vor allem an die Mitglieder der Prüfungsausschüsse. Trotz guter Prüfungsergebnisse habe sich überdeutlich gezeigt, dass viele Prüflinge sich auf nunmehr fünf unterschiedlichste Prüfungsaufgaben-Bereiche im Verlauf eines Prüfungstages kaum noch zu konzentrieren vermochten. Hier sei die Frage zu stellen, ob man sich eher mit dem „Ironman“ vergleichen wolle oder mit dem modernen Fünfkampf.

Für alle Gartenbauverbände in NRW wandte sich der Präsident des Landesverbandes Gartenbau Westfalen-Lippe, Herr Helmut Rüskamp, an die Festversammlung. Er gratulierte den 242 frisch examinierten angehenden Führungskräften zu den bestandenen Prüfungen und den damit verbundenen großen Lernanstrengungen. Die Zahl belege aber auch, welch` tolle Leistung hier in Essen für den Berufsstand und seine Nachhaltigkeit erbracht werde. An die Prüflinge gewandt prophezeite Präsident Rüskamp, dass das nun erworbene Wissen nach aller Erfahrung in wenigen Jahren bereits wieder veraltet sei. Daher gelte es umso mehr, die in der Schule erworbenen Schlüsselqualifikationen zur Informationsverarbeitung und Problemlösung zu beherrschen und stets weiter zu entwickeln. Zentral seien dabei die hier in der Fachschule geknüpften Netzwerke, die es engagiert weiter zu entwickeln gelte. Zentrale Aufgabe für alle Absolventen sei jetzt die Übernahme von Verantwortung für die Zukunft des Berufsstandes. Präsident Rüskamp nannte dabei den Berufsnachwuchs aber auch die Schaffung zeitgemäßer Arbeitsbedingungen in der Branche, um akzeptable Angebote zur work-life-ballance zu gestalten und damit engagierte Mitarbeiter zu halten. Abschließend bot er die ehrenamtliche Mitarbeit an, welche sich immer auch als besonders effektives Netzwerk für die Aktiven erwiesen habe.

Präsident Johannes Frizen als Festredner überbrachte den 177 neuen Meisterinnen und Meistern sowie den 65 jungen Agrarbetriebswirtinnen und Agrarbetriebswirten zunächst die Glückwünsche der gesamten Landwirtschaftskammer NRW. Am Vormittag habe der Hauptausschuss der Landwirtschaftskammer in Essen getagt und sich von der Dynamik dieser Wachstumsbrache überzeugt, in welche die jungen Qualifikanten nun einstiegen, um Führungsverantwortung zu übernehmen. Er bedankte sich insbesondere auch bei den Prüfern, ohne deren gewissenhafte Arbeit die Landwirtschaftskammer ihre Aufgabe als „Zuständige Stelle“ gar nicht wahrnehmen könne. Hierbei habe es mit Beginn der laufenden Prüfungsperiode einen gewissen Generationswechsel gegeben. Präsident Frizen berichtete davon, vor wenigen Wochen rund 70 bisherige Prüferinnen und Prüfer hier in Essen ehren und verabschieden zu können, oft nach jahrzehntelanger Prüfertätigkeit.

Der Festredner erinnerte die Meisterprüflinge daran, dass sie sich erstmalig der neuen Teilaufgabe zum Themenbereich „Mitarbeiterführung“ gestellt hätten. Diese Anforderung der Verordnungsnovelle habe der Gartenbau unverzüglich und gut vorbereitet umgesetzt. Die Prüflinge hätten mit der Prüfungsmethodik der Fallstudie bewiesen, kompetent in der Mitarbeiterführung zu sein und dies häufig mit besseren Ergebnissen als bei den anderen Prüfungsaufgaben. Es seien also nicht ständig nur die „softskills“ beschworen worden, sondern die Prüflinge hätten „geliefert“. Zusammenfassend sieht Präsident Frizen diese Erweiterung der Prüfungsaufgaben als zeitgemäße Aktualisierung der Gärtnermeister-Prüfung an, da sie die Kompetenzen der Absolventen in einem wichtigen Bereich noch besser beschreibe.

Die Übergabe der Zeugnisse und Urkunde begann mit den Agrarbetriebswirten. Die Produktionsgärtner sowie den Landschaftsgärtner erhielten sie aus den Händen von Präsident Frizen sowie Herrn Frank Klesper, dem zuständigen Schulaufsichtsbeamten bei der Bezirksregierung Düsseldorf.

Im Anschluss nahm Herr Helmut Dresbach, Landesvorsitzender NRW des Vereins landwirtschaftliche Fachbildung (VlF), das Wort. Er freue sich, auch in diesem Jahr wieder einen Projekt-Förderpreis an Studierende der Fachschule Essen überreichen zu können. Seit der Auslobung dieses landesweiten Preises vor zehn Jahren gehöre die Fachschule Essen jährlich zu den Preisträgern. Auch in diesem Jahr sei wieder die Preisstufe I von der Bewertungskommission an Essen vergeben worden, und zwar für das Projekt „ Hinterm Horizont“ Herr Dresbach schilderte kurz Intention und Inhalt der Arbeit. Die Projektgruppe junger Friedhofsgärtner habe den vielbeklagten Wandel in der Trauerkultur zum Anlass genommen, mit öffentlichkeitswirksamen Maßnahmen vor Ort gegenzusteuern. Schon das Medienecho der Projektarbeit in der örtlichen Presse sei erstaunlich und bestätige den eingeschlagenen Weg. Aus voller Überzeugung habe die Kommission hier den ersten Preis vergeben.

Generell zeichneten sich Essener Projekteinreichungen durch ein hohes Leistungsniveau, zeitgerechte Themen und nachvollziehbare Darstellung aus. Sein Eindruck sei, so Herr Dresbach, dass die Leistungsfähigkeit sich noch von Jahr zu Jahr steigere. „Essen ist eine gute Schule“, so resümierte Herr Dresbach; hier würden zweifelsfrei die Führungskräfte der Zukunft ausgebildet.

Die Verleihung der Meisterbriefe begann mit der Fachrichtung Zierpflanzenbau. Präsident Frizen und Eva Kähler-Theuerkauf, Präsidentin des Landesverbandes Gartenbau Rheinland, nahmen die Ehrungen gemeinsam vor mit dem Sprecher der Prüfungsausschüsse, Herrn Christoph Schönges.

Seine Verbundenheit zur Essener Fachschule dokumentiert alljährlich der Verein Ehemaliger Auweiler und Friesdorfer Fachschüler mit der Prämierung eines Projektes aus dem Produktionsgartenbau. Der stellv. Vorsitzende, Herr Gerd Salzmann, nahm die Ehrung vor. Schnörkellos kam er zur Freude der Festversammlung unmittelbar auf den Punkt und tat kund, dass eine Projektgruppe der Baumschuler in diesem Jahr die Auswahlkommission habe überzeugen können. Deren Teilnehmer hätten sich zukunftsweisende Gedanken zum Thema „Rationeller Alleebaumtransport“ gemacht; das sei Platz 1 wert. Überrascht kamen die Preisträger auf die Bühne und nahmen Urkunde und Scheck entgegen.

Die Übergabe der Wirtschafterzeugnisse und Meisterbriefe jeweils für die Fachrichtungen Baumschule, Beraten und Verkaufen sowie Friedhofsgärtnerei standen nun auf dem Programm. Die Herren Präsidenten Frizen und Rüskamp nahmen dies gemeinsam mit den Sprechern der Meisterprüfungsausschüsse vor, in der genannten Reihenfolge den Herren Christoph Dirksen, Christoph Rumbaum und Michael Jacobi.

Ein nächster allgemeiner Höhepunkt der Festveranstaltung war die Verleihung der Förderpreise für besonderes soziales Engagement in den Klassen. Ausgelobt vom Verein „Förderer Gartenbauzentrum Essen e.V.“ nahm dessen Vorsitzender, Thomas Banzhaff, die Ehrung vor. Er verwies darauf, dass neben aller Bedeutung von Noten und Abschlüssen auch die Klassengemeinschaft in den ein oder zwei Jahren Fachschule von Bedeutung für den Lernerfolg sei und nachhaltige Wirkung durch die vielfältigen Chancen zur Netzwerkbildung biete. Daher seien jetzt diejenigen besonders zu ehren, die nach Meinung der absoluten Mehrheit der Klassenmitglieder, so die Regularien, den größten Beitrag zu dieser Klassengemeinschaft geleistet hätten. Insgesamt 10 Studierende wurden nun auf die Bühne gebeten und erhielten aus den Händen von Herrn Banzhaff sowie Herrn Haasch als Geschäftsführer des Vereins wertvolle Grafiken sowie eine Urkunde.

Kaum war der Beifall verebbt, schloss sich Ehrung neuer Landschaftsgärtner-Meisterinnen und –Meister an. Neben Präsident Frizen stellten sich Thomas Banzhaff als Vizepräsident des Verbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau NRW sowie der stellv. Sprecher der Prüfungsausschüsse, Ralf Sabellek, diesem Gratulationsmarathon. Jeweils mehrere ehemalige Klassen aus der Vollzeit sowie der Berufsbegleitenden Teilzeitform, aber auch Agrarbetriebswirte mit Doppelqualifikation, bevölkerten der Reihe nach die Bühne und erhielten die schriftliche Bestätigung der erfolgreichen Fortbildung.

Abschließend hatte Präsident Frizen lediglich noch eine Urkunde übrig behalten. Diese gebührte Frau Kleuvers aus der Schulverwaltung, die nach gut 24 Jahren hochengagierter und effizienter Arbeit mit Ende des Schuljahres in den Ruhestand trat. Präsident Frizen würdigte die vertrauensvolle und stets verlässliche Arbeit von Frau Kleuvers, welche ja im genannten Zeitraum auch das Schuljahresabschlussfest mit allen Zeugnissen und Urkunden stets minutiös für den reibungslosen Ablauf vorbereitet habe.

Nach dem großen Dankapplaus hatte traditionell der Schulsprecher das letzte Wort. Agrarbetriebswirt und Baumschulmeister Jens Wiedenfeld zeigte sich aktuell noch beeindruckt von der zurückliegenden Prüfungszeit mit reibungslosem Ablauf und guten Ergebnissen. Er wusste aber auch von den guten Berufsaussichten seine Mitschüler zu berichten, so dass die Mühen des Lernens und der Prüfungen unmittelbar belohnt würden. Abschließend vergaß er nicht den Dank an alle Beteiligten von Schulverwaltung, Lehrerkollegium und Prüfungsausschüssen. Sein Dank galt auch den Mitschülern, die ihm seine Arbeit stets leicht gemacht hätten.

Gegen 18.00 Uhr verlegte die Festversammlung ihren Aktionsort auf das Schulgelände, wo sich bei Buffet und Getränken der informelle Teil anschloss. Auch die Ehrengäste mischten sich unter Absolventen und Angehörige und so wurde der Aufruf zur Netzwerkbildung gleich in die tat umgesetzt. Ausrichter des Abschlussfestes war traditionell wieder der Verein Ehemaliger Essener Gartenbaufachschüler unter dem Vorsitzenden Herbert Prickler. Die Vorstandsmitglieder zeichneten nicht nur für die Vorbereitung verantwortlich, sondern waren am gesamten Abend auch aktiv im Service. Gegen Mitternacht klang ein gelungenes Abschlussfest für unsere Jungen Meisterinnen und Meister, Agrarbetriebswirtinnen und –wirte aus.

 

Zierpflanzenbau kamera

pfeil nach rechts Meister Zierpflanzenbau

 

Friedhof kamera

pfeil nach rechts Meister und Agrarbetriebswirte Friedhofsgärtnerei

 

Text und Fotos: Dr. Karl-Heinz Kerstjens, Bildungszentrum Gartenbau Essen der Landwirtschaftskammer NRW