Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen besucht Baumschule in Meckenheim – Gehölze werden jetzt gerodet, verladen und gepflanzt
Der vergangene Hitzesommer mit Rekordtemperaturen hat gezeigt, wie stark sich Städte und Gemeinden aufheizen können. Was Städte gegen die Hitze brauchen: Bäume und Grünflächen. Sie spenden Schatten und kühlen ihre Umgebung. Die passenden Pflanzen wachsen in den nordrhein-westfälischen Baumschulen. Dort herrscht jetzt Hochbetrieb. Mit Beginn der Pflanzzeit werden Bäume und Gehölze aus den Quartieren geholt und an ihre neuen Standorte gebracht – damit sie dort künftig Schatten spenden und ihre Umgebung kühlen können.
NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen hat sich am Freitag bei der Baumschule Ley in Meckenheim ein Bild davon gemacht, wie die Betriebe in die Herbstsaison starten. Geschäftsführer Christoph Dirksen, zugleich Vorsitzender des Baumschulverbandes Nordrhein-Westfalen, führte die Ministerin durch den Betrieb und zeigte ihr, wie Baumschulen Bäume kultivieren, für den Versand vorbereiten und an ihre späteren Standorte bringen.
Christoph Dirksen: „Wenn wir unsere Städte an steigende Temperaturen anpassen wollen, brauchen wir mehr Grün und vor allem die richtigen Bäume am richtigen Standort. Diese Bäume stehen aber nicht von heute auf morgen zur Verfügung. Unsere Betriebe produzieren sie über Jahre. Klimaanpassung und Hitzeschutz beginnen hier in der Baumschule.“ Und weiter sagte Dirksen: „Der Herbst ist für viele Pflanzen die ideale Zeit, um in den Boden zu kommen. Die Bäume sind jetzt in einer Art Ruhezustand. Gleichzeitig ist der Boden noch warm und durch die feuchte Herbstwitterung können die Pflanzen gut einwurzeln. Das gibt ihnen im Frühjahr einen Wachstumsvorsprung.“
Beim Rundgang durch den Betrieb begleitete die Ministerin einen Feldahorn auf dessen Weg vom Feld bis zum Versand – und unterstütze tatkräftig bei Rodung und Verladung. Auch sie unterstrich die Rolle der Baumschulen für Klimaanpassung:
„Nordrhein-Westfalen ist als Gartenbauland bundesweit spitze und die Baumschulwirtschaft ist dabei für die grüne Infrastruktur und als regionaler Wirtschaftsfaktor von sehr großer Bedeutung“, so Ministerin Gorißen. „Unsere Baumschulen leisten mit dem Anbau von Bäumen und Sträuchern einen wichtigen Beitrag für vitale Gärten, grüne Städte, unsere Landschaft und mehr Biodiversität. Gerade angesichts des Klimawandels brauchen wir klimastabile Bäume und Sträucher, die an den jeweiligen Standort passen. Darum unterstützen wir als Land praxisnahe Untersuchungen zu Zukunftsbäumen sowie Innovationen im Bereich Digitalisierung und KI, die die Arbeit in der Landwirtschaft und im Gartenbau voranbringen.“
Von Straßen- und Parkbäumen über Obstgehölze bis hin zu Hecken und Koniferen produzieren die Baumschulen ein breites Pflanzensortiment. Sie liefern ihre Pflanzen an Garten- und Landschaftsbaubetriebe, Kommunen, Gartencenter und Privatkunden. Dabei müssen die Betriebe weit vorausdenken. Bis ein Baum die passende Größe für einen neuen Standort erreicht, vergehen mehrere Jahre. Baumschulen entscheiden deshalb schon heute, welche Arten und Sorten Kommunen und Landschaftsgärtner künftig benötigen.
„Die Diskussion über klimaangepasste Städte darf nicht erst bei der Pflanzung beginnen“, sagt Dirksen. „Wer in einigen Jahren mehr Bäume pflanzen will, muss heute dafür sorgen, dass diese Bäume produziert werden können. Dafür brauchen unsere Betriebe nicht nur Fläche, Wasser und Arbeitskräfte, sondern vor allem Planungssicherheit durch verlässliche Rahmenbedingungen.“
Bis ins Frühjahr liefern die Baumschulen nun wieder Bäume und Gehölze aus. Solange der Boden nicht gefroren ist, können viele Gehölze gepflanzt werden. Was in diesen Wochen die Baumschulen verlässt, sorgt damit an vielen Orten in Nordrhein-Westfalen künftig für Grün und Schatten.
Hintergrund:

Austausch auf dem Betriebshof: Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen mit Vertreter aus Politik, Betrieb und Branche auf dem Betriebshof der Baumschule Ley in Meckenheim

Blick auf den Wurzelballen: Christoph Dirksen erläutert Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen, wie der Baum für Rodung, Transport und späteres Anwachsen vorbereitet wird

Im Quartier der Baumschule Ley: v. l. Jonathan Grunwald MdL, NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen, Christoph Dirksen, Bürgermeister Schnieber und Christin Haack neben einem bereits gerodeten und versandfertigen Baum

Bereit für den Versand: Ein bereits verladenes Gehölz wartet auf dem Lkw auf den Transport zu seinem neuen Standort
Nordrhein-Westfalen ist eines der wichtigsten Baumschulländer Deutschlands und liegt bei der Anbaufläche bundesweit an zweiter Stelle. 2025 bewirtschafteten die hiesigen Baumschulbetriebe rund 3.230 Hektar Fläche. Der Baumschulverband Nordrhein-Westfalen im Bund deutscher Baumschulen (BdB) vertritt die Interessen von rund 120 Baumschulbetrieben in NRW. Er bündelt die Anliegen der Branche gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit, begleitet aktuelle Fachthemen und unterstützt seine Mitglieder mit Informationen, Veranstaltungen und Weiterbildungsangeboten.