Die Landesgartenschau 2026 in Neuss markiert einen Meilenstein für den nordrhein-westfälischen Gartenbau: Erstmals wird sich der Zierpflanzenbau mit einem eigenen Beitrag präsentieren – gemeinsam mit den Baumschulen. Auf über 1.500 Quadratmetern entsteht ein Schaugarten, der den Besucher:innen zeigt, was der moderne Gartenbau kann.

Wenn am 16. April 2026 die Tore der Landesgartenschau in Neuss öffnen, wird das für den Fachverband Zierpflanzen im Landesverband Gartenbau NRW ein ganz besonderes Ereignis. Denn erstmals in der Geschichte der nordrhein-westfälischen Landesgartenschauen gestalten Zierpflanzenbetriebe gemeinsam mit dem Baumschulverband NRW einen eigenen Beitrag. Damit erhält ein bedeutender Bereich des Gartenbaus, der in Nordrhein-Westfalen wirtschaftlich wie kulturell stark verankert ist, endlich die Bühne, die ihm zusteht. „Wir sind hier vor den Toren des Ballungszentrums des Zierpflanzenbaus – der Niederrhein ist eines der bedeutendsten Anbaugebiete Europas. Es war höchste Zeit, dass wir unsere Leistungen und Ideen auch auf einer Landesgartenschau präsentieren“, sagt Eddi Kronenberg, Vorsitzender des Fachverbandes Zierpflanzen. „Die LAGA Neuss bietet dafür die perfekte Plattform: zentral gelegen und gut angebunden, mit großem Einzugsgebiet – von Köln über Düsseldorf bis ins Ruhrgebiet.“

Vielfalt, Inspiration und Verbraucherinformation

Der Gemeinschaftsbeitrag von Zierpflanzen- und Baumschulbetrieben entsteht auf über 1.500 Quadratmetern Fläche im Herzen des Ausstellungsgeländes. Fast 1.000 Heckenpflanzen und mehr als 100 Bäume sind bereits gepflanzt. Zierpflanzen spielen dabei eine zentrale Rolle. Dauerhafte und saisonale Bepflanzungen ergänzen sich: Im Frühling blühen Frühjahrsblüher, im Sommer Beet- und Balkonklassiker, im Herbst sorgen Stauden und Heidepflanzen für Farbe und Struktur. Aber auch Neuheiten könnten hier präsentiert werden. Die Besucher:innen erwartet ein lebendiges Pflanzenbild, das über das ganze Gartenschaujahr hinweg neue Eindrücke bietet. „Uns war wichtig, dass der Beitrag nicht nur schön aussieht, sondern die Verbraucher:innen auch zum Nachmachen anregt“, betont Kronenberg. „Ich kann mir Themenpflanzungen vorstellen, die konkrete Gestaltungsideen für den eigenen Garten oder Balkon liefern – inklusive Sortenhinweisen und Pflanzplänen.“

Digitale Brücke zum Betrieb

Ein besonderes Highlight sind die multimedialen Elemente: Über QR-Codes gelangen Besucher zu kurzen Videos, in denen „1000 gute Gründe“-Gärtner Tristan in den Betrieben Bewässerungstechniken wie Ebbe-Flut-Systeme oder Tröpfchenbewässerung erklärt, den Einsatz von Nützlingen zeigt oder Tipps zur nachhaltigen Pflege von Zierpflanzen gibt. So entsteht eine digitale Brücke zwischen dem Schaugarten und den Produktionsbetrieben. „Zierpflanzen sind Lebensqualität – sie verschönern nicht nur unsere Gärten, sondern auch Balkone, Terrassen und Innenräume. Und sie spielen eine wichtige Rolle für Biodiversität, Stadtklima und das persönliche Wohlbefinden“, sagt Kronenberg.

 

Grüne Themen mit gesellschaftlicher Relevanz

Das Zusammenspiel mit dem Baumschulbereich verdeutlicht, wie breit das Leistungsspektrum des Gartenbaus ist. Die Baumschulen zeigen sogenannte „Zukunftsbäume“, die mit dem veränderten Stadtklima besser zurechtkommen, sowie vielfältige Heckenpflanzungen als lebendige Alternative zu Stabgitterzäunen oder Kunststoffabgrenzungen. Diese „grünen Gartengrenzen“ bieten Sichtschutz, schaffen Lebensraum für Insekten und Vögel – und sind dabei pflegeleicht und langlebig.Platanen sorgen für Schattenplätze, sogenannte Mikrowälder zeigen auf kleinem Raum, wie sich Biodiversität fördern lässt. Die Verbindung mit den farbenfrohen Beiträgen des Zierpflanzenbaus macht den Gemeinschaftsgarten zu einem echten Erlebnisort.

Ein starkes Signal für die Branche

Für die Betriebe des Zierpflanzenbaus ist die Teilnahme an der LAGA nicht nur eine echte Imagechance. Auch der gärtnerische Einzelhandel wird sich beteiligen. So entsteht eine Brücke zwischen den Besucher:innen und den Produktionsbetrieben. In Workshops und Beratungsangeboten können Profis mit interessierten Verbraucher:innen ins Gespräch kommen, geben Tipps zur Pflanzenwahl und Pflege – und werben ganz nebenbei für die Leistungen des Gartenbaus.„Wir brauchen Sichtbarkeit, Nähe zur Kundschaft und einen modernen Auftritt – genau das erreichen wir mit diesem Beitrag“, resümiert Kronenberg. „Ich bin überzeugt: Das ist ein starkes Signal für unsere Branche – und hoffentlich der Auftakt für viele weitere Beiträge des Zierpflanzenbaus auf zukünftigen Landesgartenschauen. „Die Vorbereitungen für die Landesgartenschau Neuss 2026 laufen bereits auf Hochtouren. Der Gemeinschaftsbeitrag der Fachverbände Zierpflanzen und Baumschulen wird ein Highlight der Ausstellung – und ein Aushängeschild für den innovativen, vielfältigen und verantwortungsbewussten Gartenbau in Nordrhein-Westfalen.