800 verschiedene Pflanzgattungen, 2.200 neue Bäume, ein Kilometer Hecken und 290.000 Blumenzwiebeln: Der Landesverband Gartenbau NRW blickt auf die Landesgartenschau Neuss zurück. Mit der Spatenübergabe nach Kleve richtet sich der Blick bereits auf 2029.
Nach 179 Tagen hat die Landesgartenschau Neuss am Sonntag ihre Tore geschlossen. Der Landesverband Gartenbau Nordrhein-Westfalen zieht Bilanz. Auf 38 Hektar konnten die Besucher erleben, was der Gartenbau heute leistet. In jedem Quadratmeter des Geländes steckt gärtnerisches Fachwissen. Landschafts-, Baumschul-, Friedhofs-, Stauden- und Zierpflanzengärtner haben die Landesgartenschau gestaltet. Hinter all dem Grün stehen Gartenbaubetriebe, Menschen und jede Menge Fachwissen.
Rund 2.200 neu gepflanzte Bäume, ein Kilometer Hecken und Blüten auf mehr als 20.000 Quadratmetern prägten das Gelände. Allein 290.000 Blumenzwiebeln brachten die Gärtner für den Frühling in die Erde. Vom ersten Frühjahrsflor über die Sommerbepflanzung bis zu Heide, Astern und Chrysanthemen im Herbst veränderte sich das Bild der Landesgartenschau immer wieder. Hinzu kamen wechselnde Blumenschauen in den Ausstellungshallen. Insgesamt waren auf dem Gelände rund 800 verschiedene Pflanzengattungen vertreten. Mehr als 40.000 Quadratmeter ökologische Rückzugsflächen wurden geschaffen. Die gärtnerischen Beiträge zeigten, wie sich Grünflächen klimaangepasst gestalten lassen, welche Baumarten künftig in unseren Städten wachsen können und wie moderne Grabgestaltung aussieht. Allein die Friedhofsgärtner präsentierten 38 Mustergräber.
Hitzesommer fordert Gärtner
Der heiße und trockene Sommer stellte die gärtnerischen Betriebe vor Herausforderungen. Hohe Temperaturen und lange Trockenphasen verlangten den Gärtner bei der Pflege und Bewässerung der Anlagen viel ab. Zugleich machte der Sommer deutlich, warum Städte mehr Grün brauchen: Bäume spenden Schatten, Pflanzen kühlen durch Verdunstung ihre Umgebung und begrünte Flächen helfen dabei, Regenwasser aufzunehmen und zu speichern.
„Jede Landesgartenschau ist für uns Gärtnerinnen und Gärtner eine große Bühne. In Neuss konnten wir besonders deutlich zeigen, was Grün heute leisten kann. Der heiße und trockene Sommer hat uns einiges abverlangt. Gleichzeitig hat er gezeigt: Grün ist der Schlüssel für eine lebenswerte und klimaangepasste Stadt. Bäume und Pflanzen brauchen Wasser, Pflege und Menschen, die wissen, was sie tun. Besonders gefreut hat mich, wie viele Besucherinnen und Besucher unsere Beratung gesucht haben. Die Menschen wollen grüne Städte und ein grünes Zuhause – dabei helfen wir ihnen“, sagt Eva Kähler-Theuerkauf, Präsidentin des Landesverbandes Gartenbau NRW.
Für den Verband steht fest: Grün ist weit mehr als Dekoration. Es gehört zur Infrastruktur einer Stadt, die sich an den Klimawandel anpassen muss. Entscheidend ist dabei nicht allein, wie viel gepflanzt wird. Pflanzen müssen zum Standort passen und auch langfristig ausreichend Wasser und Pflege erhalten. Dafür braucht es gärtnerisches Fachwissen.
Beratung und politische Gespräche im Grünen
Wie groß das Interesse an diesem Wissen ist, erlebten die Profi-Gärtner vom Gartenbauverband während der gesamten Landesgartenschau. An den Informationspavillons beantworteten sie Fragen rund um Pflanzen, Bäume, Grab- und Gartengestaltung und Pflege. Mit der regelmäßig angebotenen Garten-Sprechstunde schuf der Verband für Besucher eine weitere Möglichkeit, direkt mit Fachleuten ins Gespräch zu kommen. Dabei ging es etwa um klimaangepasste Pflanzungen, Gehölzschnitt und die richtige Pflege von Gartenpflanzen.
Zugleich nutzte der Verband die Landesgartenschau gemeinsam mit dem Verband GaLaBau NRW (VGL) als Ort für politische Gespräche. In den vergangenen Monaten begrüßte er zahlreiche Gäste aus Landesregierung und Landtag auf dem Gelände. Im Mittelpunkt standen die Rolle des Gartenbaus bei der Klimaanpassung, die Zukunft der grünen Infrastruktur, Fachkräftesicherung und die Herausforderungen für die gärtnerischen Betriebe.
Nach der Laga ist vor der Laga
Mit dem Ende der Landesgartenschau in Neuss wandert der Blick bereits nach Kleve. Dort findet 2029 die nächste Landesgartenschau in Nordrhein-Westfalen statt. Beim Finale in Neuss wurde der Staffelspaten symbolisch an die nächste Gastgeberstadt übergeben.
Der gärtnerische Berufsstand wird sein Wissen und seine Erfahrungen aus Neuss weitergeben. Über die Landesarbeitsgemeinschaft Gartenbau und Landespflege (LAGL) bringt sich der Landesverband Gartenbau NRW bereits jetzt in die Vorbereitungen der Landesgartenschau Kleve ein. Was sich in Neuss bei der Pflanzenauswahl, der Gestaltung, der Pflege und den Beratungsangeboten bewährt hat, soll auch in Kleve einfließen.
Denn nach der Landesgartenschau ist vor der Landesgartenschau.