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Vorsitzender Reiner Höpken konnte in diesem Jahr 40 Teilnehmer zur Jahrestagung des Fachverbandes Einzelhandelsgärtner in Warendorf begrüßen.

Traditionell startete die Tagung mit einer Betriebsbesichtigung. Bernd Murrenhoff, Betriebsnachfolger und Juniorchef, begrüßte die Gruppe zum gemeinsamen Frühstück in seinem Atrium, einer zwischen den Gewächshäusern eingerichteten Freiverkaufsfläche. Der seit drei Generationen bestehende Gartenbaubetrieb wurde vor 20 Jahren als Gartencenter an den derzeitigen Standort ausgesiedelt. Der Betrieb ist der Einkaufsgemeinschaft Sagaflor angeschlossen, und beschäftigt aktuell 40 Mitarbeiter. Seine Stärke ist das vielfältige und hoch qualitative Pflanzensortiment, das sich auch nach der Hauptsaison in einem herausragenden Zustand präsentierte. Diskutiert wurden Kundenführung, Warenpräsentation sowie Art und Umfang des Hartwarensortiments. Statt Schnittblumen werden vielfältige Pflanzgefäße angeboten. Auch das Hartwarensortiment ist begrenzt, Gartenmöbel und Grillgeräte sucht man hier vergebens. Hier kommen die Kunden, um ihren Bedarf an Pflanzen und Zubehör zu decken.

Das Tagungsprogramm wurde eingeleitet durch ein Grußwort von Stefan Gentzen, dem Geschäftsführer des Bundesverbandes Einzelhandelsgärtner aus Berlin. Er erläuterte die Tätigkeit des BVE im politischen Bereich, aber auch die Hilfen für den Einzelbetrieb. Wahrnehmbar ist der Verband insbesondere durch die Öffentlichkeitsarbeit. In jedem Jahr werden über 30 Pressemitteilungen zu Blumen und Pflanzen an über 1200 Redaktionen im Bundesgebiet verschickt. Die Themen werden immer öfter aufgegriffen, sodass millionenfache Resonanz zu verzeichnen ist.

Fachjournalist und Unternehmensberater Oliver Mathys erläuterte das sich immer schneller wandelnde Kundenverhalten. Insbesondere junge Konsumenten sind auf den Onlinehandel und das Internet fixiert. Er warb dafür, dass der stationäre Handel durch Nutzung von Social Media, Webpages und auch Webshops eine Verknüpfung zwischen „online und offline“ herstellt. Nur dadurch wird der stationäre Handel von Neukunden bemerkt.

Die Problematik „Quarantäneschädlinge“ hat nicht nur die Produktionsbetriebe, sondern auch den Fachhandel in den letzten Monaten verunsichert. Welche Konsequenzen hat ein Betrieb zu befürchten, wenn zugekaufte und importierte Ware von entsprechenden Schaderregern befallen ist? Referent Gerhard Renker vom Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer NRW erläuterte die weltweiten Probleme mit der Verschleppung von Schaderregern. So sind gerade in Süditalien ein Großteil der Anbauflächen von Oliven stark beschädigt und müssen gerodet werden. Für betroffene Betriebe bedeutet dies unter Umständen die Vernichtung befallener Kulturen und Wirtspflanzen sowie die Einrichtung von Befalls- und Beobachtungszonen.

Die Kostenübernahme für die Vernichtungsauflagen ist derzeit nicht abschließend geklärt. Eine entsprechende EU-Verordnung ist in Deutschland noch nicht umgesetzt worden. Umso mehr haben die Verbände in den letzten Jahren darauf gedrungen, dass Betriebe hier einen Versicherungsschutz herstellen können, um zumindest die Folgen von Betriebsunterbrechungen abzudecken. Georg-W. Bruns, Vorstand der Gartenbau-Versicherung in Wiesbaden, präsentierte hier ein erstes Versicherungsprodukt, das in Ergänzung zu den Betriebsversicherungspaketen abgeschlossen werden kann. Er zeigte hier Deckungsmöglichkeiten, aber auch trotzdem verbleibende Risiken auf, da die Entschädigung zu vernichtender Ware nicht versichert werden könne.

Abgerundet wurde die Tagung – trotz sommerlichen Wetters –mit der Präsentation der BLOOM’s Weihnachtstrends 2018. Farbkombinationen, besondere floristische Werkstücke und ein in die Farb- und Gestaltungsideen eingebundenes Hartwarensortiment ließ weihnachtliche Stimmung aufkommen. Am Beispiel dieser Weihnachtstrends erläuterte Sylvia Weigner das Prinzip des Neuromarketings, mit dem die Kunden des eigenen Betriebes typisiert werden können. Es ermöglicht die Einteilung der eigenen Kunden und ein darauf aufbauendes Zielgruppenmarketing. Welche Kundengruppen sind für meine Verkaufsstätte wichtig, und welche Produkte und Dienstleistungen haben dann hohe Priorität in meinem Sortiment? Zum Abschluss verband Weigner die verschiedenen Kundengruppen als gelungenes Beispiel wieder mit den Weihnachtstrends, um die Bedeutung der betrieblichen Fokussierung darzustellen.

Die Fachtagung des Fachverbandes Einzelhandelsgärtner bot also einen bunten Strauß aktueller Informationen zu Betriebsführung und Marketing, die Reiner Höpken und die Kollegen aus dem Vorstand des Fachverbandes für die Mitglieder vorbereitet hatten.

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pfeil nach rechts Über den Tellerrand blicken und sich Zeit nehmen für Betriebsbesichtigungen und Fachvorträge.

 

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pfeil nach rechts Aufmerksam folgten die anwesenden Gäste den Ausführungen der Referenten.